T H E D

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t h e d heisst das neue digitale Ökosystem, das ab Mitte 2026 in der Schweiz schrittweise ausgerollt wird. Der Name steht für «Trusted Human Electronic Document» – ein System, das Bürgerinnen und Bürgern eine staatlich geprüfte, aber freiwillig nutzbare digitale Identität bieten soll. Die Pläne des Bundesrats liegen seit Monaten auf dem Tisch, doch erst jetzt, mit der Verabschiedung des Ausführungsgesetzes, wird klar: Die Schweiz will bei der Digitalisierung nicht länger Schlusslicht sein.

Bundesrat Albert Rösti sprach bei der Präsentation von einem «Quantensprung für den E-Government-Standort Schweiz». Besonders bemerkenswert: t h e d soll nicht nur für Behördengänge taugen, sondern auch für private Verträge, Bankgeschäfte und sogar die elektronische Patientenverfügung. Die technische Basis bildet eine Blockchain‑ähnliche Struktur, die Manipulationen praktisch ausschliesst. Doch was bedeutet das für die Menschen in der Schweiz? Ein Überblick.

Warum jetzt? Der Zeitplan für 2026

Das Projekt startet nicht aus heiterem Himmel. Seit 2020 liefen Pilotversuche in den Kantonen Zürich, Bern und Genf. Die Ergebnisse waren laut dem Bundesamt für Informatik (BIT) «durchweg positiv» – aber auch ernüchternd. Nur 12 Prozent der Testpersonen nutzten die erste Version regelmässig. Die neue Version setzt deshalb auf eine radikale Vereinfachung: Statt App und Karte gibt es nur noch einen QR‑Code, der in jedem gängigen Wallet abgelegt werden kann. Die Einführung erfolgt in drei Wellen: ab Mai für Behörden, ab September für Banken, ab Dezember für alle anderen Anbieter.

So funktioniert die Plattform

Das Herzstück ist ein dezentraler Identitätsnachweis. Anders als bei der deutschen eID oder der österreichischen ID Austria speichert der Schweizer Staat keine zentralen Profile. Jeder Nutzer erstellt sich ein eigenes «Identity Wallet» auf dem Smartphone. Für die Registrierung reicht ein persönlicher Besuch bei einer Gemeindeverwaltung oder einer Postfiliale. Danach können Nutzer selbst entscheiden, welche Daten sie wem freigeben. Der Clou: Die Freigabe erfolgt immer nur für eine bestimmte Transaktion – und wird nicht protokolliert. Das klingt nach viel Datenschutz, aber genau hier liegen die Risiken.

Datenschutz und Sicherheit: Was Kritiker sagen

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) warnt vor einer «Schein‑Sicherheit». Zwar seien die Daten dezentral, aber die Software zur Verifikation komme von einem einzigen privaten Anbieter – dem Konsortium um Swisscom und die Zürcher Kantonalbank. «Dann nützt die Dezentralität nichts, wenn der Code selbst nicht offen einsehbar ist», sagt SKS‑Experte Lukas Küng. Zudem zeigt die Erfahrung aus dem Ausland: Digitale Identitätssysteme sind ein beliebtes Ziel für Hackerangriffe. Die Schweiz setzt auf eine «Zero‑Trust»‑Architektur, aber ob das reicht, wird sich zeigen. Der Bundesrat verspricht eine «staatliche Haftung» für Fälle von Identitätsdiebstahl – ohne Obergrenze. Das ist neu.

Auswirkungen auf den Alltag

Stellen Sie sich vor: Sie kaufen ein E‑Auto, unterschreiben den Vertrag per Smartphone, und das Strassenverkehrsamt erhält die Zulassung automatisch. Oder Sie buchen ein Hotelzimmer und checken ein, ohne an der Rezeption anstehen zu müssen. Genau das soll t h e d ermöglichen. Die Bahn (SBB) testet bereits ein System, bei dem Fahrgäste mit ihrer digitalen Identität direkt ins Zugrestaurant zahlen können – ohne Karte, ohne Bargeld. Auch die Gesundheitsbranche ist interessiert: Elektronische Rezepte, Impfausweise und sogar der Organspendeausweis könnten in der Wallet landen. Die grösste Hürde bleibt die Akzeptanz. Laut einer Umfrage des «Tages‑Anzeigers» sind 43 Prozent der Bevölkerung skeptisch.

Kosten und Finanzierung

Der Bund rechnet mit Gesamtkosten von rund 180 Millionen Franken bis 2028. Die laufenden Betriebskosten sollen durch eine minimale Transaktionsgebühr gedeckt werden – ähnlich der TWINT‑Gebühr. Kritiker befürchten jedoch, dass die Gebühren am Ende die Verbraucher treffen. Einig sind sich die meisten: Wenn die Schweiz im internationalen Vergleich nicht abgehängt werden will, muss sie investieren. Die EU hat mit der eIDAS‑Verordnung bereits einen Standard gesetzt, den die Schweiz übernehmen muss – andernfalls drohen Handelsnachteile. Der Bundesrat versichert, dass t h e d voll kompatibel sein wird.

Internationale Anbindung: EU‑Kompatibilität

Das ist der vielleicht heikelste Punkt. Die Schweiz ist nicht Teil der EU, aber wirtschaftlich eng angebunden. Die neue eIDAS‑Verordnung der EU schreibt vor, dass alle Mitgliedsstaaten ab 2026 eine vertrauenswürdige digitale Identität anbieten müssen. Die Schweiz hat sich mit Brüssel auf eine gegenseitige Anerkennung geeinigt – allerdings nur, wenn die Schweizer Lösung «mindestens gleichwertige Sicherheitsstandards» biete. Ob das gelingt, ist noch offen. Die Verhandlungen laufen. Klar ist: Ohne t h e d könnten Schweizer Bürger bald bei Online‑Diensten in der EU ausgeschlossen sein. Das wäre ein herber Rückschlag für den Wirtschaftsstandort.

The Five : FOXNEWSW : March 3, 2022 2:00pm-3:00pm PST : Free Borrow

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