Wir Sind Rimbach: Wie Ein Schweizer Dorf Plötzlich Zum Hotspot Wird
wir sind rimbach – für viele Schweizer klingt das wie eine lokale Facebook-Gruppe, aber hinter dem Slogan steckt eine der überraschendsten Dorfentwicklungen des Jahres 2026. Die 1200-Seelen-Gemeinde im Kanton Solothurn hat sich in den letzten zwölf Monaten radikal verändert. Ein alter Gasthof wurde zum Coworking-Space, die leerstehende Schule zum Atelierhaus, und plötzlich strömen nicht nur Ausflügler aus Bern und Zürich her, sondern auch junge Familien, die dem Stadtleben entfliehen wollen. Was wie ein Marketing-Gag begann, ist heute ein echtes Labor für ländliche Erneuerung.
Doch der Erfolg kam nicht über Nacht. Die treibende Kraft hinter der Bewegung ist der Verein wir sind rimbach, der vor drei Jahren von einer Handvoll Einheimischen gegründet wurde. «Wir hatten einfach genug vom Jammern», sagt Präsidentin Lena Bürgi lachend. «Jeder redete von Abwanderung, aber niemand machte was.» Heute zählt der Verein über 300 Mitglieder, organisiert monatliche Dorffeste, betreibt einen eigenen Hofladen und hat sogar eine Mini-Brauerei gestartet. Das klingt nach Kleinstadt-Romantik, aber die Zahlen sind ernst: Die Übernachtungszahlen stiegen um 40 Prozent, die Einwohnerzahl wuchs erstmals seit 1990 wieder leicht.
Ein Dorf im Aufbruch – von innen heraus
Der Schlüssel zum Erfolg? Keine teuren Berater, kein Masterplan von oben. Stattdessen setzt man auf radikale Partizipation. Jedes Projekt wird an der monatlichen «Rimbacher Runde» diskutiert – einer Mischung aus Dorfversammlung und Stammtisch. Mit dabei: der Bäcker, die Lehrerin, der pensionierte Banker und immer öfter auch Neuzuzüger aus der Stadt. «Am Anfang dachten viele, das sei nur eine Spinnerei», erzählt Landwirt Hansruedi, der seine Scheune für einen Markt zur Verfügung stellte. «Aber dann kamen immer mehr Leute, und irgendwann war klar: Hier passiert was.» Die Stimmung? Irgendwo zwischen Woodstock und Genossenschaftsgründung.
Von der Abwanderung zur Renaissance
Noch vor fünf Jahren sah es in Rimbach düster aus. Der letzte Laden schloss, der Bus fuhr nur noch alle zwei Stunden, und die Jungen zogen weg. Heute ist das Gegenteil der Fall: Ein neuer Dorfladen mit Café hat sieben Angestellte, ein Schreiner aus Deutschland hat seine Werkstatt verlegt, und eine junge IT-Firma mietet sich im umgebauten Stall ein. Die Gemeinde unterstützt das mit günstigen Baurechten und einer flexiblen Nutzungsplanung. «Wir haben gelernt: Nicht die Grösse zählt, sondern die Dynamik», sagt Gemeindepräsident Thomas Weber. Der Kanton Solothurn hat das Projekt mittlerweile als Pilotregion für «smarte Dörfer» ausgezeichnet.
Die Rolle der Digitalisierung – und der echten Begegnung
Ironisch, aber wahr: Gerade die Digitalisierung hilft dem Dorf, analog zu bleiben. Ein internes Chat-System informiert über spontane Treffen, die Website vermittelt Freiwillige für Nachbarschaftshilfe, und ein Online-Kalender bündelt alle Events. «Ohne Internet wäre das nicht möglich», sagt IT-Experte Marco, der selbst aus Zürich zugezogen ist. «Aber der Kern ist immer das persönliche Gespräch – beim Kaffee, auf der Bank, im Stall.» Er hat eine App mitentwickelt, die «Rimbach Connect» heisst und inzwischen in fünf weiteren Gemeinden getestet wird. Klingt paradox, funktioniert aber.
Kulturelle Highlights: Vom Kuhstall zur Konzertbühne
Wer nach Rimbach kommt, erlebt Kultur der ungewöhnlichen Art. Im Sommer verwandelt sich ein alter Heuboden in eine Open-Air-Bühne, im Winter wird die Scheune zur Konzertlocation. Bands aus der ganzen Schweiz spielen hier – von Folk über Elektro bis hin zu Klassik. Der Höhepunkt: das jährliche «Rimbacher Gipfelfest» im September, das 2025 über 3000 Besucher anzog. «Da stehen die Autos bis zum Nachbardorf», lacht Organisatorin Anna. «Und die Bauern freuen sich über den Verkauf von Most und Käse.» Die Veranstaltungen sind bewusst low-budget, aber mit hohem Identifikationswert – kein Glitzer, sondern echte Begegnung.
Nachhaltiger Tourismus für Schweizer Gäste
Besonders aus der Schweiz kommen die Gäste. Rimbach liegt nur 45 Minuten von Bern, 60 Minuten von Zürich – und bietet genau das, was Stadtmenschen suchen: Ruhe, Natur, aber kein Kitsch. Die Gemeinde setzt auf «sanften Tourismus»: keine Hotelburgen, sondern private Zimmer, ferienwohnungen und ein kleiner Campingplatz am Waldrand. Wanderwege, ein Bienenlehrpfad und ein Hofcafé runden das Angebot ab. «Wir wollen keine Massen, sondern Gäste, die verstehen, was wir hier machen», sagt Tourismusbeauftragte Sandra. Die Auslastung ist hoch, die Buchungen kommen oft über Mundpropaganda. Schweizer Besucher schätzen die Authentizität – und das Bier aus der Dorfbrauerei.
Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden und Ausblick auf 2026
Rimbach ist kein Einzelfall. Inzwischen haben sich sieben umliegende Dörfer zur «Jura-Allianz» zusammengeschlossen, um gemeinsam Projekte zu stemmen: ein regionales E-Carsharing, einen Wanderbus und eine gemeinsame Vermarktung. Der Kanton Solothurn fördert das Netzwerk mit 200'000 Franken. Für 2026 ist ein grosses «Forum der Dorfinitiativen» geplant, bei dem Vertreter aus der ganzen Schweiz nach Rimbach kommen. «Wir sind kein Modell für alle», bremst Lena Bürgi die Euphorie. «Aber wir zeigen, dass es möglich ist – wenn man will.» Und genau das ist die Botschaft von wir sind rimbach: Ein Dorf kann sich neu erfinden, ohne seine Seele zu verlieren.
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